
|
SEHENSWÜRDIGKEITEN
IN PUSHKAR DIE
GHATSPushkar ist die Krönung
aller Pilgerstätten Indiens. 400 Tempel bezeugen die Bedeutung
dieses Ortes, auch die Ghats (Treppen), die zum Lotossee hinunterführen.
Diese Ghats wurden von den Fürsten von Rajasthan erbaut. Brahma
Ghat, Gau Ghat und Varah Ghat sind die drei wichtigsten. Sie sind
Hauptattraktion von Pushkar, und dienen Pilgern als Badeplatz. Die
Pilger vollziehen ihre Rituale in dem festen Glauben, sich damit von den
Sünden ihres Lebens reinzuwaschen. Die Pilger tauchen unter ins
Wasser. Sie reinigen sich, spülen Mund und Zähne, gurgeln oft
lange mit dem heiligen Wasser - da wundert es, dass keine Krankheiten
und Seuche entstehen. Auf den Ghats erheben sich viele kleine Tempel und erstrahlen im sanften Licht der aufsteigenden Sonne. Am Morgen und Abend hallen sie vom vibrierenden Klang des Muschelhorns wider, mit denen zum Aarti, dem gesungenen Gebet geblasen wird, begleitet vom Glockengeläute zur Ehre von Brahma. Aus Tempeln und Schreinen nahe dem See dringen Duftwolken qualmender Räucherstäbchen, das Glockengeläut wird immer stärker, verdichtet die Atmosphäre konzentrierter Gläubigkeit. Die Pilger suchen Läuterung, Beistand und Segen und peilen das nächste Ziel an : den Brahma-Tempel. Viele der Pilger kommen, um hier das letzte Ritual für einen Verstorbenen aus dem Familien - oder Bekanntenkreis zu vollziehen. Um sich zu reinigen, lassen sie sich ihr Haar abschneiden und nehmen ein Bad im heiligen See. Danach führen sie mit Hilfe eines Priesters das Ritual durch. Zur Zeit der Mela versammeln sich die Gläubigen ab drei Uhr Nachts an den Ghats, um ein heiliges Bad zu nehmen. Die Sünden werden abgewaschen, der Geist gereinigt. Pilger aus ganze Rajasthan, Männer und Frauen, stehen bis zu den Knien im Wasser. Die frommen Pilger beschreiben rituelle Zeremonien mit Armen und Händen, halten in ihren hohlen Handflächen das heilige Wasser zum Himmel und beten : ,,Erlöse meine Seele vom Kreislauf der Wiedergeburten, oh Pushkar Raj''. Sie erbitten die Absolution, während das Wasser tropfenweise über die Fingerspitzen rinnt. Einige lassen Blattboote mit Blumen, einem Öllicht oder Kerzenstummel den See hinunter treiben und schicken ihre Gebete, Wünsche und Hoffnungen auf den langen Weg zu den Göttern. Viele Priester beschäftigen sich mit allen möglichen Ritualen und erteilen den Gläubigen ihren Segen, indem sie ihnen als Glück verheissendes Zeichen einen Farbtupfer auf die Stirn malen. Die ausländischen Touristen sollten sich an den Ghats grösste Zurückhaltung auferlegen. Man kann mit Leichtigkeit den ganzen Tag an den Ghats sitzen, Tag für Tag, und sich trotzdem nicht langweilen. |
| DER
BRAHMA TEMPEL Pushkar ist der
einzige Ort Indiens mit einem Brahma Tempel. Die Ursprünge dieses
Tempels liegen im Dunkeln. Dem letzten Mogulkaiser Aurangzeb war allerdings das populäre Hinduheiligtum nahe der grössten islamischen Wallfahrtsstätte Indiens ein Dorn im Auge und in blindem Fanatisums liess er den Brahma Tempel zerstören. Bald nach des Kaisers Tod begann in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts der Wiederaufbau durch grosszügige Stiftungen von den Fürsten und eifrigen Gläubigen Indiens. Die Fürsten und Kaufleute trachteten durch Tempelstiftungen den Segen der Priesterschaft, Verdienst für die Ewigkeit und Ruhm in allen Landesteilen zu erlangen. Die Morgendämmerung in Pushkar beginnt nicht mit Vogelzwitscher, sondern mit den Trommeln und Glocken des Brahmatempels. Das erste Gebetsritual findet um vier Uhr morgens statt. Dieses Ritual ist das Wichtigste des Tages. Um an diesem Ritual teilnehmen zu können, muss man zuerst ein Bad im See nehmen. Vor dem Tempel reihen sich lange Ladenzeilen mit Opfergaben, wie kunstvolle Blütengirlanden, Räucherwerk, Öllampen, Duftstoff, Wasserkrüge und Farbpulver in allen Schattierungen zum Auftragen des Stirnmals, aneinander. Devotionalien, Götterstatuen, Ritualgeräte und Kultbilder für Hausaltäre und Dorfschreine werden in allen möglichen Qualitätsabstufungen feilgeboten, in Holz, Metall, Papiermache', Stoff und fleischfarbenem Plastik. Die Pilger treten durch die äussere Pforte in den Innenhof. Über dem Eingang ist das Symbol des Brahma, die Gans, zu sehen. Innerhalb des Tempelbezirks befinden sich auch mehrere kleine Tempel. Auf dem Boden ruht eine Schildkröte, Kurma. Es war Brahma, der die Form einer Schildkröte annahm und die Welt erschuf. Golden leuchten die Augen der viergesichtigen Statue des Gottes aus der Tiefe des Tempels. Tagsüber pflanzen Pfauen, Rajasthans Wappentiere, gern ihre buntschillernden Räder wie Standarten auf die Tempeltürme. DER BASAR Der Basar in Pushkar, wahrscheinlich der älteste Stadtteil, ist eine lange, schmale, gewundene Strasse, frei von Fahrverkehr. Die Strasse ist nicht viel breiter als einen Meter. Die Läden sind überladen mit Süssigkeiten, Pickles, Ketten aus Glasperlen, Götterstatuen, Shivalingam, heiligen Texten und Basarbildern von Göttern und Gurus in lebenssprühender Vielfarbigkeit. |
| Copyright ,
Forts and Palaces Tours. All Rights Reserved Site Developed by InterMESH Systems |
|